Liebe Züchterinnen und Zuchtfreunde !

Das bisher größte Ereignis in der Geschichte unseres SV liegt nach einem 2. Anlauf hinter uns. Der Siegerring-Wettbewerb 2017 darf mit stolz als eine überragende Erfolgsgeschichte in unseren Protokollen eingetragen werden. Leipzig ist und bleibt das Tor zur Rassegeflügelwelt! Wir hatten damit einen idealen Standort und natürlich einen tollen Präsentationsstand. Unsere "jugendliche Standbesetzung" erregte positives Aufsehen. 

Bei allen Sponsoren möchte ich mich nochmals ganz herzlich bedanken. Bedanken möchte ich mich stellvertretend für viele insbesondere bei

S. Brüche, T. Marter, M. Zentgraf, E.u.D. Gräf, R. Glaser, H.-P. Löwe, M. Kuhr, A. Wicknig, P. Spiske, M. Czerwinski, Familie H. Rammelt, G. Otto sowie A. Zimmermann und Söhne.

Der Dank gilt auch für die Preisrichtertätigkeit, denn die Siegerring-Bewertung ist immer eine besondere Herausforderung.

Für den Beginn meiner Einschätzung möchte ich die Worte von W. Bauer in der Geflügelzeitung 3/2018 benutzen: ,,Der Deutsche Schautippler ist ohne Zweifel eine Rasse mit großem Potenzial! ......." Das lässt sich auch schon an der Zahl und der Zusammensetzung der Aussteller erkennen. Ein klein wenig Statistik gibt darüber den besten Einblick. Von 33 Ausstellern waren 11 Nichtmitglieder in unserem SV. Mehrere Meldungen kamen leider zu spät. Eigentlich unverständlich, aber sehr schade, denn dann hätten wir über 400 Tiere präsentieren können. Ich darf aber behaupten, dass die vorgestellten Tiere vom Zuchtstand her eine Demonstration für unsere Rasse waren. 12x,,V", 8x,, hv", 80x,,sg95", 193x,, sg", 78x,,g", 3x ,,b" u. 1x ,,o.b." sind ein guter Beweis. Alle ,,wenn, aber, hätte ... usw. sollten wir vergessen, denn die unbefangenen Preisrichter haben nach bestem Wissen gehandelt und sicher nicht jeden glücklich machen können. Doch das ist ganz nebenbei eine Kunst die niemand kann!

 

Die Kupfer Einfarbigen hatten leider nicht das Meldeergebnis des Vorjahres erreicht. Einige Käfige mussten auf Grund der so ,,genannten Jungtaubenkrankheit" noch leer gelassen werden. Farblich sprachen sie überwiegend an. Mehr Kopfvolumen, klare Augen und dunklere Ränder, festeres Halsgefieder,kürzere Hinterpartien u. keine weiter Ausprägung der Finkenzeichnung waren Wünsche und Mängel. Im Bericht der genannten Zeitschrift gibt es leider eine falsche Formulierung. Es wird von einer Schwanzbinde gesprochen. Doch die wäre ein grober Fehler. Wir wollen einen dunkel auslaufenden Schwanz. D.h. Mindestens zweidrittel sollten möglichst,,dunkel" bis schwarz sein. Die Spitzentiere mit ,,V" u. ,,hv" bewertet stellte R. Glaser.

 

Die Schwarzen zeigten sich von ihrer besten Seite. An Beliebtheit haben sie zugenommen, aber auch die Anforderungen an ihre Qualität. Beste Typen mit beeindruckenden Kopfpunkten, klaren Perlaugen, dunklen Rändern, überwiegend festem Halsgefieder und der gewünschten abfallenden Haltung konnten begutachtet werden. Dazu kam die Qualitätsdichte der Zuchten. Sie gewannen auf alle Fälle weitere Freunde. Auffallend war, dass sich doch etliche Tiere, nicht nur "im Ruhestand" in waagerechter Haltung und nicht gut abgedecktem Rücken zeigten. Aufgehellte Augenränder, unklare Augen, totes Horn in der Schnabelspitze, sowie breite Schwänze fallen bei den Schwarzen besonders auf und sollten immer zu niedrigen Noten führen. ("V": M. Zentgraf, F. Peters, S. Heidenfelder, "HV": P. Spiske, M. Zentgraf und F. Peters) Die junge schwarzscheck Täubin von K. Bachler konnte gefallen. Bedauerlich, dass in diesem Farbschlag nicht mehr Zuchtfreunde vertreten waren, denn sie wurden schon in feiner Qualität vorgestellt.  

 

Die Kupfertiger zogen schon die Blicke auf sich. Ein Blickfang war die allgemeine Verbesserung der Tigerung. Die weiße Grundfarbe der Decken und des Bauches mit der ziemlich gleichmäßigen Verteilung der farbigen Federn erbrachten den gewünschten Effekt. Bei ihnen gab es nur wenige Tiere mit Haltungsfehlern und mangelhafter Rückenabdeckung. Ansprechend im Typ, gut abgerundete Köpfe mit der gewünschten Höhe über den Augen, klaren Perlaugen, dunklen Rändern, sattem Kupfer mit fast schwarz auslaufenden Schwingen- und Schwanzfarben zeichneten nicht nur diese Spitzentiere aus. Mangelnde Halsgefiederfestigkeit (Falten), rötliche Iriden, ungenügendes Kopfvolumen, sowie kürzer verlangte Hinterpartien führte zu Wünschen und Mängeln. Auf die Festigung der dunkel auslaufenden Schwingen- und Schwanzfarben sollte weiter so geachtet werden, sowie auch auf das Verdrängen des rötlichen Farbtons (zwei Mal "V" und "hv": W. Meyer)

 

Als stärkster Farbenschlag zeigten sich wieder einmal unsere Schwarztiger. Der schöne Farbkontrast zwingt einfach zum Hingucken. In der vorgestellten Kollektion gab es gleich eine ganze Reihe, dem Ideal sehr nahekommender Tiere zu sehen. Kurz, mit breiter Brust, stolz aufgerichtet mit feinen Kopfpunkten, Augen und Rändern. Dazu kam das gewünschte Farb- und Tigerbild. Grade in diesem Farbenschlag sind wir in der Tigerung am Weitesten vorangekommen. Das bewies die Breite der toll gezeichneten Tiere. Nur wenige Beanstandungen durch ein farbiges Brustband oder zu viel schwarzanteile in den Decken waren nötig. Zum Schaufertigmachen gehört allerdings auch die Schnabelpflege. Wir möchten einen mittellangen und kompakten Schnabel. Hier wurden bei einigen Tieren Punkte liegen gelassen. Mehr Scheitelhöhe und Stirnbreite, sowie helle Ränder sollten nicht mehr als Wunsch betrachtet werden. Auf abfallende Haltung und Kürze zu achten zwingt um in der Spitze zu bleiben. Insgesamt möchten wir einen harmonisch abgestimmten Typ in allen Farbenschlägen erzüchten. ("V": 3x H. Rammelt, P. Spiske, S. Heidenfelder , K. Neyer, "hv": 2x K. Huber, 2x K. Neyer, S. Brücher) Auch in der Jugendklasse vertrat uns I. Zimmermann mit 10 Schwarztigern sehr erfolgreich. 2x "hv", 2x sg 95 und 3x sg 94 sind stolze Ergebnisse. 

 

Allen Ausstellern nochmals meine Glückwünsche für Ihre Teilnahme, denn auf dieser Schau gab es keine Verlierer! Wählte ich zu Beginn meiner Einschätzung Worte von W. Bauer, so möchte ich das auch noch zu Abschluss meiner Einschätzung tun, denn besseres fiel auch mir nicht ein.

 

Der goldene Siegerring in Leipzig 2017 auf deutsche Schautippler war eine grandiose Veranstaltung. 

Jeder, der dabei war,wird noch lange davon erzählen.

 

Wir waren aber nicht nur im Siegerring-Wettbewerb vertreten, sondern zeigten unsere Tiere auf allen führenden und auch nicht so bekannten Schauen. Zahlenmäßig allerdings nicht in der gewohnten Größenordnung, aber doch immer mit guter Präsentation. Begonnen wurde in Hannover (65 Tiere), Samstagen (72 Tiere), und fortgesetzt in Magdeburg ( 71 Tiere inkl. der Jugendlichen N. und I. Zimmermann) nach Leipzig kam Erfurt mit 75 Tieren inkl. Jungendklasse und im Januar Schackensleben ( 92 Tiere inkl. Jugendklasse mit N. und I. Zimmermann). Zur Tümmlerschau in Altenstadt standen 77 Tiere. Auf allen Schauen waren SR oder mit unserer Rasse gut vertraute PR tätig. In Abstimmung mit den eingesetzten PR gab es keine drastischen Merkmale oder Erkenntnisse. Der Durchschnitt lag auf allen Schauen im hohen SG-Bereich. Kritisiert wurden waagerechte Haltungen und Länge, Halsfestigkeit und Abdeckung, aber auch auf klare Iriden und dunklere Ränder musste hingewiesen werden. Ich denke, dass unsere Züchter die Hinweise in der Zukunft berücksichtigen und wir 2018 wieder weitere Fortschritte machen werden. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass wir als SV SE oder SZ Preise an Jugendliche Aussteller auf den Großschauen überwiesen haben. Es ist ganz sicher eine richtige Investition. Leider gab es auch eine unschöne Sache. Es fällt mir schwer, aber es kann nicht unerwähnt bleiben, dass wieder ein Tier gestohlen wurde. Ein 1,0 einfarbig Kupfer mit "hv" bewertet von R. Glaser war schon am Sonnabend nicht mehr in seinem Käfig. Jeder sollte die Augen offen halten, denn es kann "Jeden" betreffen. In Auswertung des Siegerrings und gleichzeitig unserer Hauptschau kamen folgende Zuchtfreunde zu Ehren.

 

Gewinner der Siegerringe:

 

Den "Goldenen Siegerring" errang H. Rammelt mit seinen Schwarztigern mit 481 Punkten.

Der "Silberne Siegerring" wurde von W. Meyer mit Kupfertigern und 480 Punkten errungen.

Dritter und Gewinner des "Bronzenen Siegerrings" wurde mit 478 Punkten K. Neuer (Schwarztiger)

 

Deutsche Meister 2017 wurden:

 

Die Zuchtfreunde          H. Rammelt          M. Zentgraf

                                       W. Meyer               R. Glaser

 

SV Meister 2017 wurden:

 

1. Platz H. Rammelt (481 Punkte)

2. Platz W. Meyer (480 Punkte)

3. Platz M. Zentgraf und F. Peters (Punktgleich mit 478 Punkten)

 

Den 1. Platz beim Ausstellen mehrerer Farbschläge belegte mit Schwarztigern und einfarbig Schwarzen P. Spiske mit ebenfalls 478 Punkten. 

Allen Zuchtfreunden nochmals Glückwünsche zu ihren hervorragenden Ergebnissen.

 

 

W. Meyer

1. Vorsitzender